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Mosambik, das Land an der Südostküste Afrikas, versank 1975 nach seiner Entlassung in die Unabhängigkeit in einen 16 Jahre lang andauernden grausamen Bürgerkrieg, der das Land weitestgehend zerstörte. Ein Grund, warum das Land immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Aber Mosambik befindet sich eindeutig im Aufbruch. Heute ist der Republik Mosambik der Übergang zur Demokratie gelungen. Die Wirtschaft gehört zu einer der am schnellsten wachsenden in Afrika südlich der Sahara und das Land erzielte bereits erste Fortschritte bei der Erreichung der MDG. Vollständig überwunden sind die Folgen des Bürgerkriegs jedoch keineswegs. Kein leichter Start in eine neue Zukunft.
Mehr als 40 Volksgruppen bevölkern den afrikanischen Küstenstaat Mosambik. Amtssprache ist Portugiesisch, das jedoch nur von einem Drittel der Mosambikaner gesprochen oder verstanden wird. Die Muttersprache der meisten Mosambikaner ist eine der Bantusprachen.
In der Hauptstadt Maputo, die eigentlich nur für 40.000 Menschen konzipiert wurde, leben heute schätzungsweise mehr als eine Millionen Menschen. Sie ist eine der am schnell wachsenden afrikanischen Metropolen. Der Großteil der Mosambikaner, das sind 80 % der Bevölkerung, lebt von der Landwirtschaft.


Obwohl Mosambiks wirtschaftliche Entwicklung, aufgrund seines Wirtschaftswachstums von 6 % in den vergangenen Jahren von vielen oft als „Erfolgsstory“ gewertet wurde, geht dieses Wachstum an einem Großteil der Bevölkerung vorbei. Abgesehen von dieser ungleichen Verteilung, sehen Ökonomen in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem die wenig differenzierte Wirtschaftsstruktur des Landes problematisch. Sowohl Import, als auch Export sind stark von der wirtschaftlichen Situation der umliegenden Länder abhängig. Landwirtschaftliche Exportprodukte sind bspw. Cashewnüsse, Zucker, Baumwolle, Tee oder Garnelen. Der am stärksten wachsende Wirtschaftssektor ist der Dienstleistungssektor (47,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt).
Das Land ist bis heute in hohem Maße von ausländischer Hilfe abhängig. 50 % des Staatshaushaltes werden durch Mittel der internationalen Entwicklungszusammenarbeit finanziert.
Großes wirtschaftliches Potenzial misst man den bisher noch wenig erschlossenen reichhaltigen Bodenschätze wie Erdgas, Kohle, Salz oder Aluminium bei. Eine zunehmende Bedeutung gewinnt zudem die Tourismusbranche und insbesondere der Ökotourismus. Obwohl es an Touristenattraktionen wie paradiesischen Sandstränden entlang am Indischen Ozean und einem vielfältigen Tier- und Pflanzenreichtum in den Nationalparks nicht mangelt, ist die touristische Infrastruktur in Folge des Bürgerkrieges, trotz großer Bemühungen in den letzten Jahren, jedoch noch weitestgehend verwaist.

Schätzungsweise profitieren bisher lediglich 20 % der Menschen vom wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen Jahre, am Rest der Bevölkerung geht der Wohlstand weitestgehend vorbei. Der Großteil der Bevölkerung leidet unter Mangelernährung (44 % der Bevölkerung), Krankheiten und Armut. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt 364 US-Dollar, wodurch das Land zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Von der Bevölkerung lebt über die Hälfte in absoluter Armut. Im Human Development Report der Vereinten Nationen liegt Mosambik beim Human-Development-Index auf Platz 172 von 177 Ländern.
Der langjährige Bürgerkrieg hat nicht nur Landminen und traumatische Erinnerungen zurückgelassen, sondern auch die gesamte Infrastruktur des Landes weitestgehend zerstört. Schwere Rückschläge hat das Land durch die Überschwemmungskatastrophen in den letzten Jahren einstecken müssen. Zugang zu einer Wasserversorgung hat bislang nur eine Minderheit der Bevölkerung (43 %). Im Jahr 2004 waren nur fünf Prozent der Haushalte an das elektrische Netz angeschlossen. Die meisten Haushalte, vor allem auf dem Land, sitzen noch immer im Dunkeln.
Auch Internet ist noch etwas Exlusives in Mosambik. Im Jahr 2003 zählte die International Telecommunications Union (ITU) nur 50.000 Internetnutzer – jedoch mit steigender Tendenz. Im Jahr 2005 waren es 7 pro 1000 Einwohner. (Mehr Informationen zur „Digitalen Kluft“ ) Bisher kommt dem Radio als Kommunikationsmedium eine der bedeutendsten Rollen zu.

Im Bürgerkrieg wurden rund die Hälfte aller Gesundheits- und Lehreinrichtungen zerstört.
Obwohl die Analphabetenrate in den vergangenen Jahren stark gesunken ist, kann mehr als die Hälfte der Erwachsenen weder lesen noch schreiben. Die Alphabetenrate betrug im Jahr 2005 rund 40 %. Als Erfolg ist die Tatsache zu werten, dass die Einschulungsrate bei den Sechsjährigen von 29,6 Prozent im Jahr 2000 auf 69,6 Prozent im Jahr 2007 angestiegen ist. Aber vor allem in ländlichen Regionen fehlt es, trotz der großen Bemühungen in den letzten Jahren, an Schulen. Lehrer sind schlecht ausgebildet und Mangelware. Nahezu 60 % der Kinder verlassen die Schule, ohne wirklich lesen, schreiben oder rechnen zu können.
In einem ähnlich desolaten Zustand, wie das Bildungssystem, ist das Gesundheitssystem. Im ganzen Land zählte die WHO im Jahr 2003 lediglich 514 Ärzte. Die Gesundheitsversorgung ist vor allem in ländlichen Regionen, ähnlich wie im Bildungsbereich, noch sehr schlecht. Die Müttersterblichkeit ist hoch und auch HIV/AIDS ist, wie in vielen afrikanischen Ländern, ein großes Problem. 2005 waren 16 % der Erwachsenen mit dem HI-Virus infiziert.

Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Mosambik sind dezentrale ländliche Entwicklung, Bildung und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Deutschland gehört zu den zehn größten Geberstaaten Mosambiks. Mehr Informationen zur EZ mit Mosambik gibt es beim BMZ

Rima Hanano I RESET-Redaktion
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