Digitaler Aktivismus

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Bild: flickr / whiteafrican

Handys, Blogs und Social Networks: wie Aktivisten heute digitale Technologien nutzen um für sozialen Fortschritt zu streiten, zeigen wir an konkreten Beispielen aus der ganzen Welt - von iranischen Bloggern über Videoaktivisten in Marokko bis zum kenianischen Handyprojekt Ushahidi.

Das Internet verändert nicht nur die Art und Weise wie wir uns informieren, einkaufen und miteinander kommunizieren – es eröffnet auch neue Taktiken für Aktivisten. Die einseitige one-to-many-Kommunikation der klassischen Massenmedien wird zunehmend durch eine vernetzte many-to-many-Kommunikation ergänzt, die sich über Blogs, Social Networks, Videoplattformen und ähnliche Services vermittelt. Die Einstiegskosten für diese neue Form von digitaler Massenkommunikation sind sehr niedrig, verglichen z.B. mit dem Eröffnen eines Fernsehsenders oder Zeitungsverlags. Dadurch entsteht eine „vernetzte öffentliche Sphäre“, wie sie der amerikanische Wissenschaftler Yochai Benkler charakterisiert hat: nicht länger durch die Beschränkungen klassischer massenmedialer Formate strukturiert, können sich hier auch engagierte und vom Mainstream abweichende Positionen artikulieren und mit einem breiten Publikum in Austausch treten.

Die Digitalisierung schafft aber nicht nur neue, kostengünstige und einfach zu bedienende Möglichkeiten der Informationsdistribution, sondern erlaubt auch Taktiken der Intervention, die vor wenigen Jahren noch nicht denkbar gewesen wären. Die globale Zivilgesellschaft schafft sich mittels digitaler Technologien einen neuen sensorischen Apparat, mit dem sie Krisen weltweit aufspüren kann um anschließend Netzwerke aus NGOs und NPOs zur Intervention zu mobilisieren. Eine Studie der Beratungsfirma RAND sieht aus dieser spezifischen Aneignung von Informations- und Kommunikationstechnologien bereits ein neues gesellschaftliches Verhältnis entstehen, in dem ein dritter Sektor aus hochvernetzten Nonprofits und Nichtregierungsorganisationen die traditionellen Sektoren Staat und Wirtschaft beeinflusst.

Weblogs

Bild: colourbox.com
Bild: colourbox.com

Weblogs sind ein fast schon klassisches Medium des Bürgerjournalismus. Dadurch, dass sie einfach und anonym von jedem zu benutzen sind, haben sie sich vor allem in totalitären Gesellschaften als wertvolles Medium erwiesen, das Positionen abseits einer repressiv kontrollierten Presse kommunizieren kann. Wo der öffentliche Meinungsaustausch sanktioniert ist, schaffen sie ein virtuelles Forum für einen freien Dialog. Nicht zuletzt deshalb ist die persischsprachige Blogosphäre des Iran, wo die islamistische Regierung immer wieder unabhängige Medien schließen lässt, eine der aktivsten und größten der Welt. Mit dem Projekt GlobalVoices Online wird versucht, der aktivistischen Blogosphäre weltweit eine Plattform für Austausch und Vernetzung zu bieten. Die Relevanz von Blogs für die öffentliche Meinungsbildung wird mittlerweile auch von Reporter ohne Grenzen honoriert, die regelmäßig Kampagnen für Online-Dissidenten organisieren.

Videos

Bild: flickr / whiteafrican
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Was Blogs für den Text sind, sind Videoplattformen für die audiovisuelle Kommunikation. Bilder sind oft aussagekräftiger als Texte und können ein Thema eindringlicher und unmittelbarer transportieren. Digitale Videotechnologie wird immer breiter verfügbar und kostet immer weniger: Das machen sich Projekte wie Witness.org zunutze, die weltweit Menschenrechtsverletzungen auf Video dokumentieren und im Internet abrufbar machen. Aber auch Plattformen wie YouTube werden erfolgreich für Videoaktivismus genutzt: Als es 2008 in Marokko zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei kam, die in den Massenmedien als friedliche Proteste dargestellt wurden, dokumentierten Handyvideos im Internet die tatsächliche Brutalität der Polizeieinsätze. Eine Kombination aus YouTube und GoogleEarth machte in Tunesien auf die Situation politischer Gefangener aufmerksam: Der tunesische Präsidentenpalast wurde in GoogleEarth mit Geo-Tags versehen, die auf Videos von politischen Gefangenen verlinkten.

Social Networks

Bild: flickr / Matt Hamm
Bild: flickr / Matt Hamm

Social Networks wie zum Beispiel Facebook haben einen großen Vorteil: In ihnen sind Menschen untereinander vernetzt, die sich meist bereits kennen und vertrauen. Dadurch werden Effekte der raschen, viralen Informationsausbreitung und des „word of mouth“, also der Mundpropaganda unterstützt, die sich Aktivisten immer besser zunutze machen. Mittlerweile gibt es auf Facebook so viele Kampagnen für unterschiedlichste Anliegen, dass von der Initiative DigiActive.org ein Handbuch für erfolgreiche Facebook-Kampagnen herausgegeben wurde. Mit "Causes" startete eine Facebook-Applikation, die es sehr einfach macht, ein eigenes Anliegen zu erstellen, Mitglieder zu rekrutieren, gemeinsame Aktionen zu initiieren und (vorerst nur in Nordamerika) Spenden zu sammeln. Stop Global Warming, eine der größten Initiativen auf Facebook, konnte so über 2 Millionen Mitglieder für eine verantwortungsvolle Klimapolitik in den USA mobilisieren. Übrigens: auch RESET hat eine Facebook-Gruppe.

Mobiltelefonie

Etwa 2,2 Milliarden Mobiltelefone gibt es weltweit, Tendenz steigend. Vor allem in Entwicklungsländern, in denen es kein ausgebautes Telefonnetz gibt, ermöglichen Handys einer immer breiteren Masse von Menschen den Zugriff auf moderne Kommunikationstechnologie. Die große Verbreitung dieser Technologie fordert eine innovative Nutzung auch für einen guten Zweck geradezu heraus. In Indien wurden beispielsweise erfolgreich Klingeltöne eingesetzt, um ein soziales Tabu über die Benutzung von Kondome zu brechen und Aufmerksamkeit auf die Risiken einer HIV-Infektion zu lenken. In Malawi werden SMS genutzt, um Entwicklungen der Ernährungssituation von Kindern in Echtzeit zu verfolgen und auf drohende Ernährungskrisen schnell reagieren zu können. Die Universität Berkeley vergibt mittlerweile einen Innovationspreis für Konzepte, die Mobilkommunikation und den Einsatz für  Menschenrechte verbinden. Ein Preisträger ist die kenianische Initiative Ushahidi. Als nach den kenianischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2008 gewaltttätige Auseinandersetzungen ausbrachen, wurde mit Ushahidi eine Plattform geschaffen, die diese Auseinandersetzungen in Echtzeit dokumentierte. Mit dem Handy konnten Nachrichten und Bilder vom Ort des Geschehens an die Plattform geschickt werden, wo sie graphisch auf einer Karte visualisiert wurden. Mittlerweile steht die Technologie von Ushahidi als Open Source Software zur Verfügung um auch in anderen Krisengebieten weltweit eingesetzt werden zu können.

Digitale Karten und Satellitenfotos

Kartenmaterial ist unverzichtbar, um Krisen und Konflikte nachvollziehbar darzustellen. Mit Diensten wie Google Maps oder Google Earth wurden Karten und Satellitenfotos jedem zugänglich gemacht. Die britische NGO Aegis setzt auf Google Earth, um die Bewegungen der sudanesischen Kriegsverbrecher Ahmad Harund und Ali Kushayb nachzuvollziehen, die für Menschenrechtsverletzungen in Darfur verantwortlich gemacht werden. An der ETH Zürich wird mit WarViews eine Visualisierung von Konflikten in Afrika entwickelt, die auf öffentlich zugänglichen akademischen Daten basiert und als Google Maps Layer dargestellt wird. Auch für die Aufarbeitung vergangener Konflikte können digitale Karten hilfreich sein. In Kambodscha arbeitet die Initiative DC-Cam Daten über Massengräber der Roten Khmer auf und macht sie online auf einer Karte verfügbar, so dass auch Angehörige von Opfern sich informieren können. Durch die kommerzielle Verfügbarkeit hochauflösender Satellitenfotos können Menschenrechtsaktivisten nachvollziehen, ob Vertreibungen und Zerstörungen stattgefunden haben. Erfolgreich angewandt wurde dies bereits in Krisen in Zimbabwe und Burma. Allerdings steckt diese Anwendung noch in den Kinderschuhen: u.a. stellen hohe Kosten und eine lange Lieferzeit der Satellitenbilder bislang noch Hindernisse für eine zeitnahe Erfassung von Menschenrechtsverletzungen dar.

Microblogging: Twitter & Co.

Twitter ist ein zunehmend populäres Tool, mit dem Meldungen in 140-Zeichen-Länge gebloggt werden. Es kann vom Computer aber auch vom Mobiltelefon aus benutzt werden und eignet sich deswegen sehr gut für kurze Statusmeldungen von unterwegs. Die Twitter-Nutzer sind untereinander gut vernetzt, deswegen können sich ihre kurzen Nachrichten im Twitter-Netzwerk sehr schnell ausbreiten.

Nach den jüngsten Wahlen im Iran nutzte die Opposition Twitter, um Massenproteste zu organisieren und an der zensierten Presse vorbei in Echtzeit Nachrichten und Bilder vom Geschehen auf der Strasse zu verbreiten. Die kurzen Meldungen wurden mangels anderer verlässlicher Informationsquellen von der internationalen Presse aufgegriffen. Auch das YouTube-Video der vom Regime erschossenen Demonstrantin Neda, die zur Ikone der Proteste wurde, verbreitete sich zuerst über Twitter und Facebook.

Ein Problem bei Twitter ist die große Anzahl an Meldungen, die bei Großereignissen wie z.B. den iranischen Massenprotesten auflaufen, und die Schwierigkeit, ihre Authentizität festzustellen. Mittlerweile gibt es aber auch hierfür mit SwiftRiver eine konzeptionelle Lösung, um durch sogennantes Crowdsourcing unter Beteiligung aller interessierten Twitter-Nutzer die verlässlichen Quellen herauszufiltern.

Noch relativ wenig erprobt sind Anwendungen wie act.ly oder twonate.com, mit denen via Twitter Petitionen unterschrieben oder Spenden gesammelt werden können. Ob Twitter dafür ein effizientes Medium ist, wird die Zukunft noch zeigen müssen.

Viele NGOs und Organisationen nutzen Twitter aber jetzt schon erfolgreich für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Auch RESET twittert und freut sich über neue Follower!

 

Helge Peters I RESET-Redaktion

 

Digitaler In-Aktivismus! C.I.A. Spionage auch an deutschen Unis!

Yes, my Dear, here is a brilliant summary about worldwide C.I.A. espionage at universities!

"University Spy - A True Story"

Behavioral science teaches that small changes in a man’s sex-life can have large effects on keeping secrets!

These investigative interviews will plunge you, the reader, into the murk of the abnormal psychology and mind boggling career of W. B. Paterson from hell-bent taxi driver to hysterical C.I.A. Chief-of-university-spies!

It was morning in America, the alcoholic Chief had just finished vomiting, was hung-over and had a pathological need for homosexual intercourse. Working in the Chief‘s office was like coming to an American war-of-aggression zone where sexual degradation, torture and rape flourish. As the sexually harassed male staffer of perverted Chief Paterson I uncovered sinister secrets ripe for a journalistic tour de force!

Chief Paterson is the inheritor of American multi-billion dollar conglomerate Paterson Inc., a globally operating university supplier which doubles as a C.I.A. spy contractor! Chief Paterson has the command over a hidden espionage archipelago stretching across the world from university to university, capable of any treachery. It’s scary, very scary!

In vicious violation of privacy and security of professors and students, Paterson Inc. is giving the C.I.A. a thousand eyes on academia, research, political enemies, fingerprints, bank accounts and much more. "We are a covert operations contractor for the C.I.A." The Chief wobbled back and forward like a drunken tip-over doll, his incendiary lips set on fire by a bottle of whisky. "We are kicking academic ass since five decades", he barked with frothing-at-the-mouth, biting the hand that feeds him!

As is becoming for an objective reporter, I use the method of dramatizing and narrating each morally offensive quotation from Chief Paterson. He is a source of untreated and disease-laden sewer language and behavior, stranger than fiction. Let‘s go for a visit to one of the Chief’s great moments - and I promise the hatemonger never used more lofty cross-references: “University people are late-term abortions who crawl out of classrooms“, he screamed with a demagogy usually reserved for Adolf Hitler!

The juicy revelations of the Chief going anal are off the record; Walt Blair Paterson’s real name, gonzo company, position and location were changed and rendered anonymous - to protect my ’deep-throat’ for legal reasons! Which unapologetic investigative reporter is going to identify and expose the reckless ‘university supplier’, to which fictional ‘Paterson Inc.’ lent its imprint?

Semi-literate but schooled in violence, the background of the Paterson Inc. spy-troopers read like gravedigger roll calls: "Former Army Delta forces; Marine snipers; U.S. Army rangers; Special Operations officers". The hired guns from C.I.A. & Paterson excel at academic waterboarding and fight a dirty war inside universities around the earth.

Every Paterson Inc. teaching tool brazenly peddled at universities bears the chill of a torture whip in the face of a kidnapped victim in a secret C.I.A. jail anywhere around the world!

America, my most favored democracy: One dollar, one vote! C.I.A. espionage contractors such as Paterson Inc. are NOT SUBJECT to the Freedom of Information Act!

Crime pays fabulously in America! An obscure law allows the C.I.A. to block all congressional and public inquiries into the secret files, the budget, the number of cloak-and-dagger agents and the entire power structure of the Pater$on Shadow Company, the recipient of vast amounts of U.S. government money!

Sons of bitches! Who are Chief Paterson’s unpredictable Washington masters? Their names read probably like a Who is Who of instable U.S. corporate and political power. They are busy scrounging around the world for more billions of dollars, money used by Paterson’s swines of ignorance to steal more pearls of wisdom!

The U.S. will go down in history as the country that breeds the greatest scientific pilferers! Who are the shameless American ’scholars’ and at which benighted U.S. universities do they work, these dim-wits who helped dreadful C.I.A. & Paterson to conceptualize the hellish ‘intellectual’ framework for global university espionage?

Yankee go home! I feel strangely prejudiced against Paterson’s turncoats eavesdropping from spy outposts hidden at foreign universities on scientists and steal their works of genius. Chief bandit Paterson, the undersized super hero of American ’scientists’, delivers huge volumes of stolen research data and filched intellectual property into U.S. hands, where it is duly parroted at provincial universities as genuine research!

If the burly men from beastly Paterson Inc. tilted the global academic playing field in favor of U.S. ’scientists’, and if this helps explain America’s unparalleled share of Nobel prizes during that curiously energetic U.S. ’research’ period over the past five decades, synchronized with the C.I.A.’s university espionage history, then so be it!

America spied to look smart, but now stupid season has arrived. This compelling study shows impostor Paterson Inc. is unfit as a university supplier! America’s pesky university espionage is on trial. The undeclared U.S. doctrine of large-scale targeted research theft has to be stopped with a nuclear ’nyet’!

All this I took in like a Teutonic spy on tiptoes, interrupted only by the Chief’s disgusting demonstrations of affection and while his ungentlemanly hands fondled among my pink boxer-shorts!

The unorthodox pillow conversations with the closeted Chief, who had up to my ‘interviews’ suppressed his homosexuality, are positioned to hit the proverbial fan to spread his creepy whispers fast and far. Defrocked Chief Paterson must have considered the possibility of blowing (!) his spy cover, but figured my uncut wiener was worth the risk.

Yours, Truly
Dr. H.R. Goetting

Report with angry words the theft of your research data or the violation of your privacy on Facebook.com @ University Spy and on Twitter.com @ universityspy

amazon.de/University-Spy-Helmut-Richard
Goetting/dp/3000295607/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1258101736&sr=1-1

scribd.com/doc/21672611/University-Spy

 

Danke für den Tipp Petra!

Oder auch.... äääähm, lass mich kurz überlegen...: www.reset.to !! Neustart für eine zukunftsfähige Welt;-)

Solarenergie in Ladakh/Nordindien unterstützen oder in einem ganzheitlichen Entwicklungskonzept eingebettet in Ruanda...
Tipps, den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten uvm.

Viel Spaß beim Neustart-Surfen :: Leslie

 

Ein gutes Beispiel, wie man online etwas bewegen kann indem man sich vernetzt und Menschen zusammen bringt, ist in meinen Augen die "Charity2.0" 2aid.org. Ich engagier mich hier persönlich und sehe jeden Tag, wie einem am PC die Welt offen steht.:-)

 

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