Der Klimawandel - eine Annäherung

http://reset.to/files/imagecache/resized220/klimawandel_0.jpg

Der Klimawandel hat es endgültig in die Massenmedien geschafft und begegnet uns nahezu überall. Ozonloch, globale Erwärmung, Kioto-Protokoll, Wetterkatastrophen, CO2-Emissionen spuken durch Titel, Feuilletons und die Nachrichten.
 Dabei herrscht keineswegs Einigkeit darüber, was im Einzelnen den Klimawandel befördert, wie genau sich das Klima ändern und welche Folgen das haben wird. Eines ist jedoch anerkannter Fakt: Das Klima der Erde ändert sich durch den Einfluss des Menschen – und das wird Folgen für unser Zusammenleben haben.

Das Thema Klimawandel ist in seiner Komplexität kaum zu fassen und seine Details auch in der Fachwelt hoch umstritten. Wir möchten hier den Einstieg in das Thema erleichtern und auf weiterführende Quellen verweisen. Viele einzelne Aspekte des Klimawandels werden in eigenen Wissensartikeln auf RESET behandelt. Hinweise darauf finden sich an den entsprechenden Stellen im Text.

So entsteht das Klima unserer Erde

"Nichts ist beständiger als der Wandel", schrieb der Naturforscher Charles Darwin Mitte des 19. Jahrhunderts. Das gilt auch für die Erde selbst. Unser Planet, vor 5 Milliarden Jahren entstanden, unterliegt ständigen Veränderungen. Sie vollziehen sich weder gleichförmig noch rhythmisch, sondern auf verschiedenen Raum- und Zeitskalen.

Die Erde ist alles andere als einfach strukturiert: Sie besteht aus sehr unterschiedlichen Sphären, den Luftmassen (Atmosphäre), den Gewässern (Hydrosphäre), den Landflächen (Geosphäre), den von Eis und Schnee bedeckten Flächen (Kryosphäre) sowie der Pflanzen- und Tierwelt (Biosphäre). 
Da alle diese Bereiche intensiv und vielfältig mit- und aufeinander reagieren, wirken sich Veränderungen an einer Stelle des Systems längerfristig überall aus.

Auch die Atmosphäre der Nachbarn Venus und Mars zum Beispiel besteht im wesentlichen aus Stickstoff und Kohlendioxid, dennoch kocht die Venus (460 Grad Celsius) und friert der Mars (- 60 Grad Celsius), während die Durchschnittstemperatur der Erde 15 Grad Celsius beträgt. Das System, das unsere Erde zu einem "lebensfähigen" Planeten macht, ist die "Erfindung" der Photosynthese durch die Ur-Organismen vor 2, 5 Milliarden Jahren: Sonnenlicht + Kohlendioxid + Wasser = Zucker, und als Abfallprodukt: Sauerstoff. Dadurch entzogen sie der Atmosphäre soviel Kohlendioxid, dass es zu ihrer Zusammensetzung kam in der wir heute leben können, 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff und 1 % andere Gase, darunter Kohlendioxid. 
Dieser Austauschmechanismus des Kohlenstoffs zwischen Erdatmosphäre und Erdkruste und der "richtige" Abstand zu Sonne, sind die unter anderen für uns günstigen Begebenheiten der Thermik der Erde.

Ein weiterer ist der sog. "natürliche Treibhauseffekt": Kohlendioxid behindert die Wärmerückstrahlung des Sonnenlichts ins All. Es wirkt wie das Glas eines Gewächshauses; ohne diese winzigen Mengen "Treibhausgase" in der sog. "Troposphäre" (der untersten Etage der Atmosphäre, es folgen Stratosphäre, Mesosphäre und Thermosphäre), zu denen auch Ozon, Methan (und Wasserdampf) gehören, herrschten auf der Erde nur etwa –18 Grad Celsius: die Differenz zwischen einfallender Sonnen- und abgegebener Wärmestrahlung. Der natürliche Treibhauseffekt bringt der Erde also einen Temperaturgewinn von 33 Grad Celsius.

http://reset.to/files/imagecache/gallery_w_620/Image,theme=prototype,i=525325,ii=WldKamEzQmhBQjBWSHdFTkVRb2JaM2RoWm1CNWNTOCtKQT09,u_id=16767.jpg

Der menschliche Einfluss auf das Klima

Jede zusätzliche Freisetzung von Kohlendioxid wird als zusätzlicher Treibhauseffekt bezeichnet und bedroht das Gleichgewicht der Gasschicht, die die Erde ebenso vor der Kälte des Raums, als auch vor den zerstörerischen Strahlen der Sonne schützt. Weitere klimarelevante Gase sind beispielsweise die berüchtigten industriellen FCKW (Fluorkohlenwasserstoffe), die durch den Abbau des Ozons das "Ozonloch" verursacht haben, das regelmäßig im Frühjahr in der südlichen Hemisphäre über der Antarktis aufreißt. Das Ozonloch über der Antarktis erstreckte sich im Oktober 2000 über eine Fläche von mehr als 29 Millionen Quadratkilometern und war damit viermal so groß wie Australien. Der Abbau der stratosphärischen Ozonschicht führt unter anderem zur Gefährdung der Eisschicht, in der wiederum Klimagase gespeichert sind.

Seit Beginn der Industriellen Revolution werden diese Treibhausgase verstärkt freigesetzt. Dabei sind viele menschliche Aktivitäten, die klimarelevant sind, aus der globalen Wirtschaft kaum mehr wegzudenken.

Die größten Verursacher des Klimawandels sind:

•    Die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle, die Kohlendioxid freisetzt. Dies ist die größte einzelne Quelle von Treibhausgasen derzeit.
•    Die Abholzung von Wäldern für Landwirtschaft oder Bodengewinnung. Lebendige Wälder absorbieren Kohlendioxid, während vermoderndes oder verbrennendes Holz Kohlendioxid freisetzt. Mehr Informationen dazu findest Du auch im Wissensartikel  »Bedrohter Regenwald« auf RESET.
•    Für die Zementproduktion wird Kalk erzeugt, das aus Kalkstein gewonnen wird. Kalkstein ist ein fossiler Stoff aus Muscheln und ähnlichen Ablagerungen, die Kohlendioxid binden.
•    Methan ist ein weiteres Treibhausgas, das vor allem bei der Nutztierhaltung, beim Reisanbau und bei der Müllentsorgung freigesetzt wird. Mehr Informationen dazu findest Du auch im Wissensartikel »Klimakiller Landwirtschaft« auf RESET.
•    Viele Düngemittel enthalten Stickstoff, das im Boden in das Klimagas Distickstoffoxid umgewandelt werden kann.
•    In vielen industriellen Prozessen werden die schon genannten FCKW-Gase verwendet.

Durch die Vielzahl von klimarelevanten wirtschaftlichen Prozessen ist der Klimawandel nicht durch isolierte Maßnahmen zu stoppen. Ein nachhaltiges Umdenken in nahezu allen Lebensbereichen ist notwendig.

Wie viele Ressourcen der Erde Du täglich verbrauchst, erfährst Du im Beitrag »Dein Ökologischer Fussabdruck/CO2-Footprint« auf RESET.

http://reset.to/files/imagecache/gallery_w_620/Image,theme=prototype,i=581705,ii=WldOalozRmhBQjBWSHdFTkVRb2JaMzFsWW1KNWNTOCtKQT09,u_id=16767.jpg

Die Folgen des Klimawandels

.

Das IPCC, ein Gremium der Vereinten Nationen, geht davon aus, dass sich durch die oben genannten menschlichen Aktivitäten die Temperatur der Erde bis zum Jahr 2100 um 1 Grad bis 3,5 Grad Celsius erwärmen wird. Selbst eine Erwärmung um nur 1 Grad Celsius würde weit über jeden Temperaturtrend der letzten 10.000 Jahre hinausgehen. Erste Anzeichen für einen Temperaturanstieg sind aber heute schon feststellbar.

Wenn sich die Erde erwärmt, hat das bestimmte Folgen für unser Ökosystem:

•    Der Meeresspiegel steigt durch das Schmelzen der Polkappen und die Ausdehnung des Wassers.
•    Vor allem in den kalten Regionen des Nordens wird es zu regionalen und saisonalen Erwärmungen kommen.
•    Die Gesamtniederschlagsmenge wird zunehmen.
•    Die Feuchtigkeit der Böden wird sich ändern.
•    Die Artenvielfalt wird bedroht werden. Mehr Informationen dazu findest Du auch im Wissensartikel »Biologische Vielfalt« auf RESET.
•    Extreme Wetterverhältnisse werden öfter und stärker auftauchen.
•    Es kann zu unerwarteten Klimasprüngen kommen.

Die Konsequenzen für den Menschen aus dieser Veränderung unseres Ökosystem sind teils schwer:

•    Nahrungsversorgung: Landwirtschaftliche Nutzflächen werden sich polwärts verschieben und die Produktivität von Weideland wird sich verändern. Zwar wird die weltweite Kapazität zur Nahrungsmittelproduktion vermutlich nicht fallen, aber es können starke Beeinträchtigungen auf nationaler und regionaler Ebene auftreten.
•    Meeresspiegelanstieg: Ein großer Teil der Menschen lebt in flachen küstennahen Gebieten, einige unserer größten Städte und Siedlungsgebiete liegen an der Küste. Die Anpassung an einen steigenden Meeresspiegel wird vor allem armen Ländern wie z.B. Bangladesh oder kleinen Inselstaaten schwer fallen. Erfahre mehr im Wissensbeitrag »Klimaflüchtlinge«.
•    Wasservorräte: Zwar wird der Klimawandel höhere Niederschläge bringen, gleichzeitig aber auch eine höhere Verdunstung. Dies wird eine jetzt schon zu beobachtende regionale Wasserknappheit vor allem in Entwicklungsländern noch weiter verschärfen. Konflikte um den Zugang zu Süßwasser drohen sich daran zu entzünden. Mehr Informationen dazu findest Du auch im Wissensartikel »Ressource Wasser« auf RESET. Vieviel Wasser Du täglich verbrauchst, erfährst Du im Wissensbeitrag »Unser täglich Wasser: Der Wasser Fußabdruck«.
•    Industrie und Infrastruktur: Durch das erhöhte Auftreten extremer Wetterereignisse sind Industrieanlagen und Verkehrswege stärker gefährdet. Dies wiederum beeinflusst den Versicherungssektor und das Finanzwesen. Viele Industrieanlagen stehen in durch den Meeresspiegelanstieg bedrohten küstennahen Gebieten und müssen geschützt oder verlegt werden. Am stärksten betroffen sind auch hier wieder die Entwicklungsländer.
•    Klimaflüchtlinge: Alle genannten Konsequenzen werden sich darauf auswirken, wo Menschen siedeln können. Es sind als Folge des Klimawandels hohe Migrationsbewegungen zu erwarten. Mehr Informationen dazu findest Du auch im Wissensbeitrag zu »Klimaflüchtlingen« auf RESET.

http://reset.to/files/imagecache/gallery_w_620/Image,theme=prototype,i=943737,ii=WkdaOGFIZCtjMlYyRXhzVEhCQVJFQW9NYkdaL2FIWjViVGdwTnc9PQ==,u_id=16767.jpg

Klimaschutz und Anpassung

 

Bereits heute ist eine Erwärmung der Erde feststellbar, die auf Emissionen aus der Vergangenheit zurückgehen. Durch die thermische Trägheit unseres Ökosystems sind die Folgen von Emissionen nicht sofort spürbar, sondern setzen zeitversetzt ein. Deshalb sind zwei Reaktionen notwendig: Einerseits müssen wir uns an die Folgen bereits getätigter Emissionen anpassen. Andererseits müssen wir Emissionen einschränken, um das Klima nicht noch weiter aufzuheizen.

Die Vereinten Nationen führen jährliche Klimakonferenzen durch, auf denen die teilnehmenden Staaten gemeinsam über Rahmenbedingungen zur Reduzierung von Treibhausgasen verhandeln. Mehr dazu findest Du im Wissensbeitrag »VN-Umweltkonferenzen« auf RESET.

Schon wegen der sich zu Ende neigenden Ressourcenvorkommen muss eine Abkehr von der Nutzung fossiler Brennstoffe und eine Umstellung auf erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarenergie stattfinden. Mehr dazu findest Du im Wissensbeitrag »Erneuerbare Energien« auf RESET.

Ein Versuch, die Treibhausgasreduzierung marktfreundlich zu gestalten, ist der nicht unumstrittene Emissionsrechtehandel. Hierbei wird an emissionsverursachende Schlüsselindustrien ein Kontingent an Emissionsrechten ausgegeben, mit denen untereinander gehandelt werden kann und das sich stetig verkleinert. Mehr dazu findest Du im Wissensbeitrag »Emissionsrechtehandel« auf RESET.

Aber auch jeder Einzelne ist gefragt, an der Entwicklung einer „low carbon culture“, d.h. einer klimafreundlichen Lebensweise, mitzuwirken. Dazu kann bspw. gehören im Haushalt Energie zu sparen und regionale Produkte zu kaufen, die keine langen Transportwege haben, aber auch Wasser zu sparen und auf das Auto verzichten. Mehr Tipps für eine klimafreundliche Lebensweise gibt es im Bereich "Handeln" auf RESET.

 

Weiterführende Informationen

Einen guten Einstieg in das Thema bietet auch der Wikipedia-Artikel „Globale Erwärmung“.

Die Bundeszentrale für politische Bildung unterhält ein umfangreiches Dossier zum Klimawandel.

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat eine ständig aktualisierte Themenseite zu „Klima & Energie“.

Eine umfangreiche Datenbank mit englischsprachigen Publikationen zum Klimawandel gibt es beim Intergovernmental Panel on Climate Change der Vereinten Nationen.

Zur Anpassung an den Klimawandel stellt das Bundesministerium für Umwelt eine Infoseite bereit.

Die Nichtregierungsorganisation Germanwatch geht unter anderem auf Aspekte der Gerechtigkeit in der Klimadebatte ein.

Viele Dokumentarfilme zum Klimawandel findest Du im Bereich “Filme für die Erde” auf RESET.

Hallo, ich habe am Dienstag mündliche prüfung im Fach Biologie: Neurobiologie und Ökologie!
Ich sollte auch einiges über Umweltkatastrophen wissen (warum, woher,wie etc.).Die Seite ist aufjedenfall ein guter Einstieg und erklärt so einiges.
Danke!

 

Liebe Melanie,

der Artikel ist von Januar 2008. Die verlinkten Inhalte stammen natürlich von den Quellseiten, mit individuellen Erstellungsdaten.

Liebe Grüße, Jenny und das RESET Team

 

Lieber Sweddy,

Deine Anfrage ist etwas oberflächlich, da Du nicht schreibst ob du ein schulisches, universitäres oder sonstiges AG Projekt umsetzen willst... lies Dir doch noch ein paar mehr Artikel bei RESET durch, vielleicht inspiriert Dich der ein oder andere zu einem Projekt. Vielleicht entwickelst Du ein Quiz zum Klimawandel?

Liebe Grüße, Jenny und das RESET Team

 

Hay,
ich möchte in meiner projektprüfung das thema ''erderwärmung' nehmen.
ich weis aber nicht was ich genau machen kann ( auch praktisches )

würde mich über informationen bzw vorschläge freuen

LG Sweddy

 

Grüß Gott,
wollte nur kurz fragen, wo ich das Datum von diesem Artikel: "Der Klimawandel - Eine Annäherung" finden kann.

Danke

Mit freundlichen Grüßen

Vogl Melanie

 

Kommentar schreiben

Wird nicht öffentlich dargestellt.