
Unfreiwillige Migration in Folge des Klimawandels findet in der Öffentlichkeit zunehmend unter dem Begriff „Klimaflucht“ Beachtung. was viele nicht wissen: bereits 1990 überstieg die Zahl der Umwelt-Flüchtlinge mit schätzungsweise 25 Millionen Menschen die Zahl der offiziellen der Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge. Eine Prognose zukünftiger Migrationsbewegungen ist aufgrund der Unvorhersehbarkeit von Bevölkerungswachstum, dem Ausmaß zukünftiger Emissionen sowie deren Folgen schwierig. Nach Schätzungen von Norman Meyers, Professor an der Oxford Universität und der IOM, könnte die Anzahl der Klimaflüchtlinge bis zum Jahr 2050 jedoch auf 200 Millionen Menschen ansteigen.
Migration von Menschen, deren Überleben in ihrer ursprünglichen Heimat aufgrund von Trockenheit, Bodenerosion, Desertifikation (fortschreitende Wüstenbildung) und anderen Umweltproblemen nicht mehr gesichert ist, ist keine neue Erscheinung, gewinnt jedoch vor dem Hintergrund des Klimawandels eine ganz neue Dimension. Auch das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) vermutete bereits 1990, dass Migration eine der größten Auswirkungen des Klimawandels sein könnte. Die unfreiwillige Migration in Folge des Klimawandels ist schon heute Fakt und wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Sie wird fast ausschließlich die Länder des globalen Südens betreffen. Das Ausmaß der Auswirkungen für die Entwicklung der betroffenen Länder ist unbekannt. Sicher ist, dass die globale Erwärmung nunmehr nicht „nur“ ein Umweltthema, sondern bereits jetzt ein „Armutsverstärker und Entwicklungshemmnis“ für viele betroffene Entwicklungsländer darstellt.

Regionen, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden, sind Süd und Ost Asien, große Teile von Afrika wie der Sahelstaat Mali oder Kenia und auch zahlreiche pazifische Inselstaaten wie die Marshallinseln oder Tuvalu. Infolge des steigenden Meeresspiegels werden große Teile der bevölkerungsreichen tiefliegenden küstennahen Regionen in Süd und Ost Asiens überflutet werden. Die Volksrepublik China müsste bei einem Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter etwa 73 Millionen Menschen umsiedeln. Für Bangladesh prognostiziert man, dass bei einem Anstieg des Meeresspiegels von einem Meter 1/5 des Landes überflutet werden wird. Meyers schätzt, dass alleine in Bangladesh bis zum Jahre 2050 bis zu 26 Millionen Menschen aufgrund der Folgen des Klimawandels migrieren werden, was das ohnehin schon von Armut gebeutelte Land vor ein ungeahntes Ausmaß an scheinbar unlösbaren Problemen stellt. So gab die damalige Umweltministerin von Bangladesh, Sajeeda Choudhury zu bedenken: "Schätzungsweise 20 Millionen Menschen werden zu Umweltflüchtlingen werden. Wo sollen wir einen so riesigen Anteil unserer Bevölkerung unterbringen? Das ist eine unlösbare Aufgabe. Die Menschen werden versuchen, in die höher gelegenen Regionen zu ziehen. Doch dort ist nicht ausreichend Platz, um sie unterzubringen.“ In Subsahara Afrika wird die Süßwassermenge hingegen noch knapper. Aufgrund zunehmender Trockenheit und Desertifikation werden bis zum Jahr 2020, 20 % der Ernteerträge zurückgehen und zu einer noch drastischeren Nahrungsmittelknappheit führen als bisher. Schon jetzt ist die Mehrzahl der hungernden Menschen hier zu finden. In Folge des Klimawandels drohen zusätzlich 250 bis 550 Millionen Menschen zu hungern - von den wirtschaftlichen Folgen für diesen Kontinent ganz abgesehen.
Bereits am 24. November 2005 entschloss sich die Regierung Papa Neuguineas aufgrund der drohenden Überflutung für die Evakuierung der 980 Einwohner der Cateret-Inseln im Südpazifik. Sie gelten in der Öffentlichkeit seither als die ersten Klimaflüchtlinge, die aufgrund des steigenden Meeresspiegels ihre Inseln verlassen mussten. Über diese ersten Flüchtlinge gibt es einen Film. Hier findest Du den Trailer.

Mittlerweile ist klar, dass die Auswirkungen des Klimawandels und die damit einhergehenden Flüchtlingsströme nur noch begrenzt, nicht mehr aufgehalten werden können. Bisher fokussiert die internationale Gemeinschaft weitestgehend auf eine Begrenzung des Klimawandels durch die Festlegung von Emissionszielen für die OECD-Länder. Kaum Beachtung in der internationalen Diskussion findet bisher die Tatsache, dass sich viele der am stärksten betroffenen Länder ohne Hilfe durch die internationale Gemeinschaft kaum an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen können. Obwohl sich die „Klimaflucht“ bisher innerhalb der Landesgrenzen der betroffenen Länder abspielt, gilt eine Anerkennung der „Klimaflüchtlinge“ im nationalen und internationalen Migrationsrecht als notwendig. „Klima-Flüchtlinge“ fallen bisher jedoch durch das Raster der internationalen Migrations - und Flüchtlingspolitik. Schweden ist das einzige Land, in dessen Gesetzgebung zumindest die Existenz von Umwelt-Migranten „as a person in need of protection, who is unable to return to his native country because of an environmental disaster“ Erwähnung findet. Im Fall von Naturkatastrophen existieren jedoch Ausnahmen, in denen bspw. die USA, Kanada oder die Europäische Union betroffenen Menschen temporäres Asyl gewähren.
Einführende Literatur zum Thema:
Ausgewählte Quellen:
Rima Hanano, RESET-Redaktion (2008)
That so intersested and very imformativ i think that terriblke what this climateeffekt do with this poor people :(
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