Produkt-Recycling kontra Wegwerfgesellschaft

Man hat unserer Zeit schon viele Namen gegeben: Industriezeitalter, Computerzeitalter, Informationszeitalter, doch der treffendste Name dürfte "Wegwerfgesellschaft" sein. Früher fehlte die Technik, um die Rohstoffe kostengünstig zu fördern, so daß die Produkte teuer waren und man entsprechend pflegsam mit ihnen umging. Möbel wurden für Jahrzehnte gebaut und nicht für Jahre, das Geschirr wurde weitervererbt und nicht nach dem Essen entsorgt, und die Mode prägte Epochen und nicht nur einen Sommer. Heutzutage jedoch scheinen die Waren nichts mehr zu kosten. Einen Computer, ein hochkomplexes Gebilde aus verschiedenen Metallen und Halbleitern, kann man heute schon für einige hundert Euro erwerben. Die Verpackung unserer Nahrung ist so billig, daß wir die vielen Tüten und Dosen, in denen sie geliefert wird, kaum noch wahrnehmen. Es kostet kaum etwas, die Rohstoffe der Erde zu entreißen, und mehr bezahlen wir für sie ja nicht. Leihen, reparieren, gebraucht kaufen!

Anders sähe die Situation nämlich aus, wenn wir die wirklichen Kosten der Rohstoffe nach dem Nachhaltigkeitsprinzip bezahlen müßten. Niemand käme dann mehr auf die Idee, uns im Supermarkt eine Plastiktüte zu schenken, damit wir unsere Einkäufe tragen können, oder Äpfel und Birnen in Plastik einzupacken. Wir wären gezwungen, Behälter und Taschen mitzunehmen, so wie dies vor einigen Jahrzehnten noch der Fall war. Die wesentliche Veränderung in unserem Leben wäre, wieder mehr Verzicht zu üben.

Eine Alternative zu diesem Verzicht wäre, Abfälle zu vermeiden und die wertvollen Rohstoffe zu recyclen. Allerdings ist ein 100prozentiges Recycling nicht möglich, so daß wir ohne die Reduzierung des Ressourceneinsatzes nicht auskommen. Eine möglichst hohe Recyclingquote hilft jedoch, die Kosten für die Ressourcen zu reduzieren und so den heutigen Lebensstandard besser zu halten. Das Nachhaltigkeitsprinzip erzwingt so eine umweltfreundliche, weil nachhaltigere Produktion, die zum einen auf der Reduzierung und zum anderen auf der Wiederverwertung von Rohstoffen basiert. Dafür müssen die Produkte jedoch auch so hergestellt werden, daß ihre Bestandteile leicht wiederverwertet werden können. 

Leihen, reparieren, gebraucht kaufen!
Die Verbraucher Initiative informiert über clevere Alternativen zum Neukauf:

Rund 20 Milliarden Euro liegen in Form von ungenutzten Gegenständen auf Deutschlands Dachböden. Und nicht wenige Neuanschaffungen kommen schon nach nur kurzer Nutzung aufs Abstellgleis. Statt eines Neukaufs sind Reparaturen, Leihen oder ein Gebrauchtkauf oft preiswerter und ökologischer. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. gibt jetzt mit dem neuen Themenspecial Leihen und Co. auf www.oeko-fair.de praktische Beispiele und nützliche Anregungen.

„Qualität hat ihren Preis, doch das heißt nicht zwangsläufig, dass nur die neuesten Handys am besten sind oder dass der Winterspaß nur mit dem eigenen Snowboard möglich ist“, betont Susanne Moosmann, Referentin der VERBRAUCHER INITIATIVE. Für vieles, das teuer, sperrig und nur selten in Benutzung ist, bieten sich Leihe, Tausch oder Miete als Alternative an.

So spart etwa in Sachen Mobilität leicht Zeit, Geld und Nerven, wer auf Carsharing, Mitfahrgelegenheiten oder beim Umzug auf Beiladungen setzt. Auch ein Gebrauchtkauf schont den Geldbeutel und kann eine sinnvolle Alternative zum Reparieren oder Leihen sein. Dabei gilt es für den Käufer einiges zu beachten. Seine Rechte und Pflichten unterscheiden sich zum Beispiel danach, ob er den gebrauchten Gegenstand bei einem entsprechenden Fachhändler, von einer Privatperson oder auf einer Versteigerung ersteht. Aus ökologischer Sicht ist jedoch klar: „Wer gebraucht kauft, trägt dazu bei, dass weniger neue Güter produziert werden. So werden Ressourcen geschont, Transportwege verringert und auch bei der Entsorgung wird der Aufwand geringer“, fasst Susanne Moosmann zusammen.

Leihen, tauschen:
Tauschring
Die Borger  

Mitfahren:
Auto teilen:
www.greenwheels.de
Jemanden mitnehmen oder mitfahren:
www.mitfahrgelegenheit.de
Fahrkarten teilen (z.B. Wochenendeticket): www.fahrkartenpartner.de

Beispiel für zwei Internetangebote, die bei der Suche nach Floh- und Wochenmärkten sowie Secondhand-Läden helfen:
www.flohmarkt.de, www.marktcom.de

Gemeinnützige Organisationen wie etwa die Caritas (www.caritas.de), Diakonie (www.diakonie.de) oder Oxfam (www.oxfam.de) verkaufen die ihnen gespendeten Sachen zugunsten ihrer Arbeit. Auf regionaler Ebene funktioniert zum Beispiel die Brauchbar gGmbH in Würzburg ähnlich (www.brauchbarggmbh.de).

Beispiele für Kleinanzeigenblätter:
Zweite Hand (www.zweitehand.de)
Such & Find (www.Quoka.de) (Ost & West),
Sperrmüll, ALLES, Kurz&Fündig, Pinwand, Das Inserat
Der heiße Draht (www.dhd24.com)
Der Findling (www.findling.de)
A bis Z (www.abisz.de)

Regionaler Gebrauchtwarenführer, der auch einen Secondhandführer und einen Reparaturführer anbietet:
www.lifeguide.de

Regionales Kleinanzeigen-Portal:
www.kijiji.de

Viele Informationen rund um das Thema Gebrauchtkaufen und Hilfe bei der Suche nach Secondhand-Läden:
www.secondhand-online.de

Katalog der Deutschen Nationalbücherei, der alle in Deutschland erschienene Bücher enthält:
www.d-nb.de

Seite des Marketing- und Verlagsservices des Deutschen Buchhandels:
www.buchhandel.de
Bietet eine komfortable Suche nach neuen und alten lieferbaren Büchern.

Zentralverzeichnis Antiquarischer Bücher. Über die Datenbank finden Sie die Antiquariate, die ein bestimmtes (deutschsprachiges) Buch anbieten. Mit Bestellfunktion:
www.zvab.com

Antiquariatsplattform mit über 100 Millionen eingetragenen Titeln aus aller Welt:
www.abebooks.de

 

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