
Warum boykottieren, wenn man auch motivieren kann? Das könnte die Maxime einer neuen grünen Aktionsform sein, die vor kurzem aus den USA nach Deutschland geschwappt ist: der Carrotmob.
Eine Gruppe („Mob“) von engagierten Menschen trifft sich zu einem verabredeten Zeitpunkt vor einem kleinen Geschäft, um dort gemeinsam einzukaufen und dem Laden einen nie gekannten Umsatz zu bescheren. Der Ladeninhaber hat sich zuvor verpflichtet, die Gewinne aus dieser Aktion in einen klimafreundlichen Umbau seines Ladens zu investieren. Eine Win-Win-Situation für ökologisch bewusste Kunden und Händler.
Das hört sich nicht nur gut an, sondern funktioniert auch: Zur ersten deutschen Carrotmob-Aktion in Berlin am 13. Juni 2009 kauften 400 Aktivisten in einem Kreuzberger Spätkauf ein und erzielten einen im Vergleich dreifachen Umsatz von 2000 Euro. Ladenbesitzer Cengiz entwickelt seitdem gemeinsam mit Greenpeace Energy und einem Energieberater die umweltfreundlichste Lösung für seinen Laden.
Carrotmob ist zum Mitmachen und Selbstorganisieren da: Eigeninitiative ist gefragt. Deshalb haben wir Alexander vom Carrotmob Berlin Team nach seinen Do´s und Dont´s für eine erfolgreiche Carrotmob-Aktion gefragt:
Do´s
- Möhren essen
- neue Zielgruppen ansprechen
- bestehende Ressourcen nutzen und die lokale Community mit einbinden
- einen überschaubaren und machbaren Rahmen finden
- immer schön nachhaltig bleiben
Dont´s
- zuviel Möhren essen
- nur das Web nutzen
- sinnlos konsumieren
Eine ausführliche Anleitung für einen Carrotmob in der eigenen Stadt gibt es hier zu lesen. Und warum nicht den glücklichen Ladeninhaber auch gleich noch fragen, ob er sein Sortiment um Bio- und FairTrade-Produkte erweitern kann?
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