RESET KOPENHAGEN

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Wie die UNO in Kopenhagen den Klimawandel stoppen will und was Du jetzt dafür tun kannst

Während am 22. September in New York die UNO-Vollversammlung tagte um den Kopenhagener Klimagipfel vorzubereiten, lud RESET in die Nordischen Botschaften Berlin. Das Thema auch hier: Der UN-Gipfel von Kopenhagen, auf dem Ende Dezember ein globales Klimaschutzabkommen geschlossen werden soll. Ein fast vollbesetztes Auditorium im Felleshus der Nordischen Botschaften hörte Vorträge über Geschichte und Perspektiven der internationalen Klimaverhandlungen, über Möglichkeiten des Engagements für eine nachhaltige Klimapolitik und den Beitrag von Architektur und Design für eine zukunftsfähige Welt.

Den Anfang machte Tilman Santarius, Referent für internationale Klima- und Energiepolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung. Deutschland und die EU hätten ihre Vorreiterrolle in der Klimapolitik verloren, führte er aus, diese Rolle würden heute eher die Entwicklungsländer einnehmen. Bislang ungelöst sei auch die Frage, wie die riesigen Budgets für Klimaschutzmaßnahmen überhaupt effektiv verteilt werden sollen: Dafür fehle es bisher an fähigen und akzeptierten Organisationen. Wichtig sei es, immer wieder auch auf die vielfältigen Chancen hinzuweisen, die ein klimafreundlicher Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft mit sich brächte.

Aus der aktivistischen Perspektive stellte Diana Vogtel, Regional Field Coordinator Europe von 350.org, den weltweiten Klimaaktionstag am 24. Oktober vor. Ein Bündnis internationaler Nichtregierungsorganisationen bereitet für dieses Datum über tausend Aktionen vor, die vom Himalaya bis zum Meeresgrund vor den Malediven stattfinden werden um gemeinsam ein Ziel zu verfolgen: Darauf aufmerksam machen, dass die CO2-Konzentration in der Luft auf 350 parts per million reduziert werden muss, um die Erderwärmung noch zu stoppen.

Emissionen zu reduzieren sei eine gute Sache, betonte auch Giulia Carboni von der Initiative TheCompensators, doch wichtiger sei es, erst gar keine Emissionen zu erzeugen. Sie stellte nicht nur das System des Emissionshandels vor, sondern vor allem das Konzept von TheCompensators, die Verschmutzungsrechte aufkaufen und vom Markt nehmen um so den umstrittenen Emissionsrechtehandel verteuern und Emissionen zu vermeiden.

Das Schlusswort hatte Friedrich von Borries, Initiator der Agentur für räumliche Aufklärung und Intervention raumtaktik, der anhand verschiedener Designkonzepte auf die positive Rolle verwies, die Gestaltung und Architektur für eine klimafreundliche Lebensweise haben können. Er forderte jedoch dazu auf, allzu überzeugend scheinende technische Großlösungen wie zum Beispiel Aufwindkraftwerke in Nordafrika immer auch kritisch zu hinterfragen.

RESET KOPENHAGEN war ein gelungener Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe von RESET, die sich in lockerer Folge Themen rund um die Nachhaltigkeit widmen wird. Die nächste Veranstaltung wird voraussichtlich im Frühjahr 2010 in Berlin stattfinden. Besonderer Dank gilt unseren Referenten, den zahlreichen Gästen und der Königlich Dänischen Botschaft Berlin.

Hier einige Fotoimpressionen des Abends:

Veranstaltungsankündigung:

Im Dezember wird Kopenhagen zur wichtigsten Stadt der Welt. Hier kommt die UN-Klimakonferenz zusammen, um die künftige Klimapolitik zu gestalten. Es bleibt nicht mehr viel Zeit: die globale Erwärmung muss jetzt mit einem ehrgeizigen Klimaschutzabkommen gestoppt werden. Dafür braucht es nicht nur diplomatische Verhandlungen, sondern auch Druck von unten. Denn durch die Weltwirtschaftskrise droht der Klimaschutz an Dringlichkeit zu verlieren. Zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zeichnen sich Konflikte ab. Und auch Europa spricht noch nicht mit einer Stimme. Unsere Politiker müssen daran erinnert werden, dass Klimaschutz nicht vertagt werden darf.

Deshalb lädt RESET am 22. September namhafte Klimaexperten und engagierte Aktivisten ins Felleshus der Nordischen Botschaften nach Berlin ein. An einem abwechslunsgreichen Abend werden wir einen Einblick in die internationale Klimapolitik erhalten, von aktivistischen Interventionen und Ideen zum Mitmachen erfahren und einen Zukunftsausblick auf eine klimafreundliche Kultur wagen. Anschließend gibt es die Gelegenheit, bei einem Glas Wein andere Resetter kennenzulernen, sich mit den Referenten auszutauschen und die Ausstellung „Architektur in Zeiten des Klimawandels“ im Felleshus der Nordischen Botschaften zu besichtigen.

RESET KOPENHAGEN

Dienstag, 22. September 2009, Beginn 19 Uhr

Felleshus der Nordischen Botschaften

Rauchstrasse 1, Berlin-Mitte (Bus 100, 200, 106, 187 Haltestelle Nordische Botschaften)

Einlass 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf Dich!

Die Sprecher:

Tilman Santarius ist Referent für internationale Klima- und Energiepolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung und Vorstandsmitglied bei Germanwatch.

Zwischen Kyoto-Protokoll und Emissionsrechtehandel kann man schnell mal den Überblick verlieren: Deshalb wird Tilman Santarius uns eine Einführung in die internationale Klimapolitik geben und erklären, was konkret in Kopenhagen verhandelt werden wird. Welche Nation vertritt welche Positionen? Was sind die größten Streitpunkte? Und warum dauert es so lange, sich zu einigen? 

Diana Vogtel ist Regional Field Coordinator Europe bei 350.org, einem internationalen Bündnis von Nichtregierungsorganisationen.

Zahlreiche Umweltorganisationen auf der ganzen Welt haben sich zur Bewegung 350.org zusammengeschlossen, die zum Klimaaktionstag am 24. Oktober ein deutliches globales Zeichen an die Staatenlenker unserer Welt senden wird: Denn 350 parts per million CO2 in unserer Luft ist die absolute Obergrenze, um den Klimawandel noch zu stoppen. Jede Stimme zählt. Wie kannst auch Du gehört werden?

Giulia Carboni ist Aktivistin bei TheCompensators und arbeitet am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung.

TheCompensators intervenieren öffentlichkeitswirksam auf dem Markt für Verschmutzungsrechte. Sie kaufen Emissionszertifikate auf und vernichten sie anschließend, um eine Diskussion über Sinn und Unsinn des Emissionsrechtehandels anzustoßen. Kann der Handel mit Emissionsrechten ein Ausweg aus der Klimakrise sein?

Friedrich von Borries ist Architekturtheoretiker und Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis an der HFBK Hamburg.

Architektur und Design können die Welt zwar nicht retten, aber einen Beitrag dazu leisten – und tun es auch. Als Generalkommissar des deutschen Beitrags auf der Architekturbiennale in Venedig präsentierte Friedrich von Borries unter dem Titel „Updating Germany“ visionäre Projekte für eine bessere Zukunft. Wie kann eine zukunftsfähige Baukultur und Gestaltung aussehen?

Das Programm:

18.30 Uhr Einlass

19.00 Uhr Beginn, Tilman Santarius, Heinrich-Böll-Stiftung

19.30 Uhr Diana Vogtel, 350.org

19.45 Uhr Giulia Carboni, TheCompensators 

20.00 Uhr Friedrich von Borries, raumtaktik

20.30 Uhr Get together und Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung „Architektur in Zeiten des Klimawandels“ im Felleshus


RESET Kopenhagen

Dienstag, 22. September 2009, Beginn 19 Uhr

Felleshus der Nordischen Botschaften

Rauchstrasse 1, Berlin-Mitte (Bus 100, 200, 106, 187 Haltestelle Nordische Botschaften)

Einlass 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Super Veranstaltung.
Interessant und überhaupt nicht langweilig.
Besten Dank!

 

Hmmmmm, parallel zu "The Age of Stupid", das ist sehr schade. Vielleicht kommen wir mit dem Eindrücken aus dem Film noch bei euch vorbei ;-)

 

Guter & wichtiger Ansatz!

Das hier sol auch veim COP15 stattfinden:
Global Observatory

http://globalobservatory.net/
The Global Observatory (GO) seeks to provide insights into the global conversation, to bring the public in, to involve them in creating this new future and in guiding their governments towards agreement of a roadmap that will put us on a course of greater prosperity and stability.

Conceptualized by José Maria Figueres, former President of Costa Rica, a long-time leader and innovator on climate change, the effectiveness of the GO lies in the quality and credibility of its experts, and its ambassadors. The GO is convening top experts in their field – including scientists and economists – to evaluate the negotiations on a real-time basis; and most importantly to translate what this means for each of us, where we live, in our communities, and for the world at large. Experts will include modellers, IPCC contributors, and economic and business analysts. These experts will work with the GO Ambassadors, respected world leaders, business leaders, indigenous leaders, and others, to communicate this to the public. We are recruiting Ambassadors by sector and by geography: GO Ambassadors already include Desmond Tutu (South Africa), Maurice Strong (Canada), Juan Rada (Belgium), and Ashok Khosla (India), and they are committed to sharing with the world the developments in Copenhagen and to showing how we can solve this threat and create a better future. The GO will be the “white box” to the negotiations’ “black box” of complex policy and financing proposals; by partnering with media outlets, online and traditional, global and local, and with civil society groups, the GO will ensure this information is disseminated as rapidly and widely as possible.

 

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