
Das PIK forderte kürzlich, mehr Geld aus den Konjunkturprogrammen in nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz zu investieren. Eine „grüne“ Konjunkturbelebung könne sofortige und langfristige ökonomische Vorteile bringen und zugleich die Risiken des Klimawandels und den Wettbewerb um natürliche Ressourcen mindern, heißt es in einem Ende März veröffentlichten Strategiepapier des Instituts. Das PIK hat darin gemeinsam mit dem Grantham Research Institute an der London School of Economics (GRI) untersucht, wie Konjunkturpakete der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz fördern könnten. Auftraggeber der Studie war das deutsche Auswärtige Amt.
Beide Institute konzentrieren sich mit ihren Vorschlägen auf sieben Schlüssel-Bereiche der Energie- und Klimapolitik. Um in einem ersten Schritt kurzfristig Nachfrage und Beschäftigung zu erhöhen, sollten zunächst sämtliche Energieeffizienzpotenziale ausgeschöpft und die öffentlichen Verkehrs- und Energienetze modernisiert werden. Außerdem empfehlen die Autoren neue Finanzierungsprogramme für „saubere“ Technologien, um Unternehmen gezielt bei solchen Investitionen über die allgemeine Kreditknappheit hinweg zu helfen.
Mittelfristig sollten die G20 zudem „Leuchtturm-Projekte“ vorantreiben, etwa groß angelegte Demonstrationsanlagen zur Kohlendioxid-Abscheidung und -Speicherung oder zur Solarthermie. Um Kosten und Nutzen zu teilen, regen die Institute die Einrichtung von Forschungsgemeinschaften an. Insgesamt sollten die G20 ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung mindestens verdreifachen, heißt es in dem Papier. Es gehe darum, das „tief greifende Marktversagen bei der Energienutzung sowie bei Forschung und Entwicklung“ schnellstmöglich zu korrigieren.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, UNEP, in einem ebenfalls Mitte März vorgelegten Strategiepapier für das G20-Treffen. Um den Schwenk in die Zukunftsfähigkeit zu schaffen, seien mehr Energieeffizienz – vor allem im Gebäudebereich–, der Ausbau erneuerbarer Energien und nachhaltige Verkehrssysteme alternativlos, schreiben die Experten der Vereinten Nationen.
Dem Papier zufolge reichen 750 Milliarden US-Dollar oder ein Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes aus, um diesen Wandel einzuleiten und gleichzeitig die Wirtschaft zu beleben. Die noch für dieses Jahr geplanten Konjunkturprogramme seien daher eine „nicht wiederkehrende Chance für den Wandel zur CO2-armen, ressourceneffizienten Gesellschaft“, so UNEP-Chef Achim Steiner.
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