
Wasser ist das Lebensmittel Nummer Eins und wird von uns nur allzu gerne in leichten und praktischen Plastikflasche gekauft. Für das geschmacklose und farblose Wasser aus der Flasche legen wir gerne das Doppelte oder Dreifache auf den Tisch. Gesünder als Leitungswasser ist vor allem das Wasser aus Plastikflaschen nach Meinung von Experten in der Regel aber keineswegs. Für die Wellness- und Lifestyle-Idylle bezahlen wir aber trotzdem gerne und verursachen mit unserem Wasser aus der Plastikflasche ein ökologisches Desaster. Wer sein Trinkwasser am heimischen Hahn zapft, der spart Geld und schont die Umwelt. Für die Wellness- und Lifestyle-Idylle bezahlen wir aber trotzdem gerne und verursachen mit unserem Wasser aus der Plastikflasche ein ökologisches Desaster. Wer sein Trinkwasser am heimischen Hahn zapft, der spart Geld und schont die Umwelt.
89 Milliarden Liter Wasser in Plastikflaschen jährlich
Der Verbrauch von Flaschenwasser boomt. 89 Milliarden Liter Wasser werden jährlich weltweit in Plastikflaschen abgefüllt. Alleine in den USA werden pro Sekunde 1500 Plastikflaschen! verbraucht. 80 Prozent dieser Flaschen werden nicht recycelt. Wie diese Konsumgewohnheiten plastisch aussehen, hat die Design-Agentur MSLK in ihrer Watershed Installation illustriert.
In Deutschland sieht die Situation ähnlich dramatisch aus. 800 Millionen PET-Flaschen (1,5 l, 1 l und 0,5 l) sind pro Jahr in Deutschland im Umlauf. Weniger als 1/3 des deutschen Mineralwassers wird noch in Glasflaschen verkauft (60 Prozent wird in Plastikflaschen verkauft).
Kritiker von Flaschenwasser bezeichnen Flaschenwasser als einen der besten Marketingtricks unserer Zeit. Denn dass sich hinter Bezeichnungen wie „Tafelwasser“ ein extrem überteuertes, mit Kohlensäure und anderen Stoffen versetztes Leitungswasser verbirgt, ahnen die Wenigstens. Aber auch das übrige Flaschenwasser ist in der Regel um einiges teurer als das Leitungswasser. Zwei Liter Mineralwasser kosten im Durchschnitt einen Euro. Für den gleichen Euro bekommt man 200! Liter Leitungswasser. Abgesehen vom Preis sprechen vor allem ökologische Aspekte, in einigen Fällen sogar gesundheitliche Aspekte für das Wasser aus der Leitung.
Flaschenwasser verursacht 90 bis zu 1.000 Mal mehr Umweltbelastungen als Leitungswasser. Bei Wasser aus Plastikflaschen fällt diese Ökobilanz noch viel verheerender aus. Denn hergestellt werden die praktischen PET-Flaschen aus Kunststoff, der wiederum aus Erdöl hergestellt wird. Der Transport des Flaschenwassers ist bei den in der Regel langen Lieferwegen zudem energieaufwendig und belastet die Umwelt (das gilt natürlich für die Glasflasche wie für die Plastikflasche).
Recycling? – Fehlanzeige. Pfand bedeutet nicht gleich Recycling. Einwegflaschen sind ein klarer Trend und Mehrweg nach Erkenntnissen der Gesellschaft für Konsumforschung zunehmend out. Die Plastikflaschen werden nicht nur ins Ausland verschifft, sondern zieren zunehmend unsere Umwelt. Ganze 500 Jahre dauert es, bis Plastik verfällt. Mehr zum Plastikproblem in unseren Meeren im RESET- Beitrag: Plastic Ocean - Plastikinseln im Meer.
Leitungswasser ist in der Regel genauso gesund wie das Wasser aus der Leitung – in einigen Fällen ist es sogar ratsamer Leitungswasser zu trinken. Denn dass Plastik nicht gerade gesundheitsfördernd ist, haben jüngste Studien gezeigt. Abbauteile des Kunststoffs können in das Wasser übergehen und verändern nicht nur Geschmack, sondern auch die Zusammensetzung des Wassers. Plastikwasser weist nach jüngsten und auch älteren Studien hormonelle Belastungen auf. (Die Universität Frankfurt hat in einer Studie nachgewiesen, dass Mineralwasser aus Plastikflaschen mit hormonell wirksamen Substanzen belastet ist. Zur Studie.
Während Leitungswasser an vielen Orten der Welt keine Trinkwasserqualität hat, gilt Leitungswasser in Deutschland als das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Die Mineral- und Tafelwasserverordnung schreibt weniger Grenzwerte vor als die Trinkwasserverordnung. So darf z. B. Leitungswasser nur 10 mg/ Liter Arsen enthalten, Mineralwasser bis zu 50 mg/ Liter. Bei Blei- oder Zinkrohren in Altbauten sollte man jedoch vorsichtig sein. Einen Wasser-Check bzgl. der Qualität des eigenen Leitungswassers kann man hier machen: www.wasser.de , www.umwelt-checks.de , www.inlabo.de
Frei nach Garrisson Keillor, amerikanischer Radiomoderator und Schriftsteller: "Bottling water and shipping it is a big waste of fuel, so stop already. Water is water. If you want lemon flavoring, add a slice of lemon. You want bubbles, stick a straw in it and blow."
Leitungswasser und eine Wiederbefüllbahre Flasche für Unterwegs sind also vor allem aus Umweltgründen zu bevorzugen und sogar viel komfortabler. Denn wer schleppt schon gerne Wasser kistenweise nach Hause?
Auf dem Trockenen sitzen werden wir Unterwegs fern vom heimischen Wasserhahn auch nicht so leicht, wie die Initiative TapIt in diesem Video zeigt. So einfach geht´s.
Rima Hanano, RESET-Redaktion
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